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Die Geschichte der Entwicklung und Veränderung dieser Homepage möchte ich hier erzählen, um bei den Besuchern wie auch bei mir selbst ein klareres Bild vom Selbstverständnis dieser Seiten herausbilden. Außerdem hoffe ich, daß diese Darstellung den ein oder anderen zu einer eigenen Idee für eine Homepage führt, ihm zusätzlich ein paar technische Hilfen gibt. Um die technisch weniger interessierten nicht mit solchen Details zu langweilen, habe ich die technischen Absätze entsprechend gekennzeichnet - sie können nach belieben ausgelassen oder mitgelesen werden.

Der erste Tag

An einem Sonntagmorgen hatte ich nichts besseres zu tun, als mich zu fragen, wie man eigentlich eine Homepage macht. So schwer könne das ja nicht sein. Wie man mit dem Netscape Composer eine HTML-Datei erstellt, war schnell herausgefunden. Einen Anbieter kostenlosen Webspaces fand ich bei www.tripod.de. Das war etwa im März 1999. Berauschend war das, was ich da innerhalb weniger Stunden ins Netz brachte nicht. Es gab zwei Bilder und ein paar uninteressante Informationen - eine Hausarbeit die dort veröffentlichte, diente als Alibi für einen wenigstens etwas interessanten Inhalt.

1. Revison: April 1999

Schon kurze Zeit später, war ich mit der bloßen Tatsache eine Homepage zu haben nicht mehr zufrieden. Ich wollte, daß es auf meiner Homepage etwas interessantes gibt, wollte daß zumindest mancher sie mehrmals besucht. Worüber also könnte man mit den Besuchern "reden"? Was ist im Grunde für jeden von Interesse? Diese Fragen führten mich zu der Idee mit den Besuchern über die Liebe zu reden.

Über die Liebe
Am 1504.1999 startete ich das Projekt. Es ging in diesem Projekt niemals darum, endgültig und für alle Zeiten zu klären, was Liebe ist. Das vorrangige Ziel war immer den Widerspruch vom Fehlen allgemeiner Erklärungen und der Unmenge sich gegenseitig widersprechender Ratschläge zu lösen. In solch wichtigen Fragen, nicht einfach draufloszureden, sondern sich dessen, was man sagt vollkommen bewußt zu sein und dabei stets zu wissen, daß man auch ganz anders darüber danken kann hielt ich für erstrebenswert und auch erreichbar.

Ich wollte aber damals nicht nur mit Leuten über die Liebe reden, sondern auch zu Ergbnissen kommen, die in einem langen Essay, der die Liebe aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, niedergeschreiben werden sollten. Dieser Text sollte Kapitel für Kapitel aus Beiträgen der Besucher entstehen. Ich selbst wollte mich dabei vor allem mit der Systematisierung der Beiträge befassen.

Webcounter
Im Rahmen dieser Revision beantragte, ich auch bei Goweb einen Webcounter, der mir in Zukunft Aufschluß darüber geben sollte wie viele Leute eigentlich meine Homepage besuchen.

Technik: Neue Entwicklungsoftware
Um diese Inhalte angemessen präsentieren zu können war klar, daß ich mich zulasten der einfachen des Netscape Composers nach Software mit größerem Funktionsumfang umsehen muß, um die Möglichkeiten von HTML besser ausschöpfen zu können. Meine Suche nach spezieller HTML-Entwicklungs-Software führte mich zuerst zu einer Demoversion von Dreamwaver. Dieses Programm erlaubt es ganz ohne HTML-Kenntnisse eine Webseite wie mit einem Textverarbeitungsprogramm zu schreiben und mit geringen Einschränkungen sofort zu sehen, wie die Webseite ausssehen wird.

Technik: Der Weg zu HTML
Dreamwaver bot die Möglichkeiten, den HTML-Code in einem zusätzlichen Fenster anzuzeigen und auch direkt zu ändern. Dadurch sah ich schnell, daß HTML gar nicht so schwer ist, änderte immer öfter den Code von Hand. War mir mal nicht klar, was Dreamwaver im HTML-Code machte, so grifft ich auf die Dokumentation SelfHTML zurück. Man kann sich SelfHTML herunterladen oder auch als Buch kaufen.

Technik: Cascading Style Sheets - CSS
Neben HTML sind in SeltHTML auch CSS (Cascading Style Sheets), JaveScript, Java und Pearl beschrieben. CSS ist eine Ergänzung zu HTML, die einerseits eine größere Vielfalt für die Formatierung des Textes bietet und andereseits erlaubt mehrere Formatierungen unter einem Namen zusammenzufassen.

2. Revision: "Das Surfen muß komfortabler werden"

Auch als die 1. Revision abgeschlossen war, lernte ich weiterhin HTML und CSS. Drei Monate nach der 1. Überarbeitung der Seite zeigten sich im Juni 1999 die ersten Früchte. Gemäß dem hochtrabenden Inhalt "Über die Liebe" und der Forderung an mich selbst, eine wirklich sehenswerte Seite zu haben, konnte ich mich nun daran machen, die Seite entsprechend zu gestalten.

Damit jemandem die Seite gefällt muß sie übersichtlich und ganz leicht zu "besurfen" sein. Auch das Layout sollte fürs Auge angenehmer werden und sich klar vom Sumpf der privaten "Hallo das bin ich" Homepages abheben.

Von der reinen Technik gelang mir auch dieses Ziel zu erreichen, doch mußte ich bald sehen, daß eine Seite, die mit einem modernen Browser bei mir zuhause wunderbar funktioniert, nicht für jeden anderen Browser lesbar ist. Das bessere Layout war mit einer solchen technischen Komnplexität erkauft, daß ich mich schon zwei Wochen später wieder genötigt sah, die technische Komplexität herunterzuschrauben und in der 3. Revison mit möglichst einfachen Mitteln zu einem möglichst ähnlichen Ergebnis zu kommen.

Kommentar an die Welt
Der "Kommentar an die Welt" war die einzige inhaltliche Ergänzung der 2. Revision. Den Kommentar plazierte ich als Eingang zur Homepage. Jeder, der meine Seite besucht, liest zuerst den Kommentar an die Welt, der eigentlich nichts weiter ist als ein kurzer Text, der mir gerade mal so einfallen ist, etwas interessantes beschreibt, was mir letzten passiert ist oder einfach etwas, was ich schon immer mal allen Menschen sagen wollte

Technik: Frames und JavaScript
Die Überlegungen zur leichteren Besurfbarkeit führten mich bald schon zu Frames. Frames teilen den Bildschirm in mehrere Fenster auf, die jeweils eine eigene HTML-Datei enthalten. Sie werden in der Regel dazu benutzt einen Teil des Bildschirms für ein Inhaltsverzeichnis der Seite zu nutzen.

Ich wollte aber darüber noch hinaus gehen, um der Forderung nach Übersichtlichkeit gerecht zu werden. Es sollte ein Inhaltsverzeichnis geben, bei dem man sich für eine Kategorie der Homepage entscheidet, dann sollte darunter in kleinerer Schrift ein Unterinhaltsverzeichnis erscheinen, daß den gewählten Teil der Homepage genauer gliedert. Frames allein erlauben es aber leider nicht, den Inhalt von zwei Fenstern gleichzeitig zu ändern - für solche Kapriolen braucht man ein bißchen JavaScript. Doch obwohl das dazu nötige Script wirklich klein und simpel ist, gab es damit nur Probleme, weil viele Besucher so alte Browser hatten, daß das Script entweder fehlerhaft oder gar nicht ausgeführt wurde.

Technik: CuteHTML - mein Editor
Auf meiner Suche nach einer besseren Entwicklungssoftware war ich während der 2. Revision ebenfalls fündig geworden. Als ich das FTP-Programm CuteFTP heruntergeladen hatte, das auf vielen Downloadseiten sehr gepriesen wurde, entdeckte ich, daß ich auch ein kleiner HTML-Editor dabei ist: CuteHTML. Seitdem ich das erste Mal mit CuteHTML gearbeitet hatte, gibt es für mich nichts besseres mehr. Einen Screenshot von CuteHTML gibt es unter "3. Revision".

Viele HTML-Anfänger werden sicher davor zurückschrecken, mit einem Texteditor ihre HTML-Seiten zu erstellen, weil sie nicht sehen, wie die Seite nachher etwa aussehen wird - "etwa" weil eben auch die komportablen Webseiten-Programme den Code in bestimmten Fällen anders interpretieren als Netscape. Ich schreibe heute die Seiten mit CuteHTML und habe neben bei Netscape laufen. Um zu sehen, wie meine Seite in Netscape aussehen wird, speichere ich meine HTML-Seite (Alt-F, S), wechsele mit Alt-Tab zu Netscape und drücke Ctrl-R. Nachdem man das 1000mal geübt hat, dauert es keine Sekunde mehr und im Gegensatz zu den komplizierten Entwicklungsprogrammen sieht man wirklich genau das, was nachher im Web zu sehen sein wird.

3. Revision: Einfaches Surfen mit einfachsten Mitteln

Nach der herben Enttäuschung, daß meine aufwendige Homepage mit Frames und sogar JavaScript für viele gar nicht lesbar war, arbeitete ich nun mit Hochdruck daran, die Seite technisch so einfach zu machen, daß sie wirklich jeder lesen kann, ohne daß sich das Ergebnis grundlegend verschlechtert. Was sich hier zuerst unmöglich anhört sollte sich bald als ganz einfach erweisen.

Nachdem ich die bereits bestehenden Inhalte - darunter vor allem das Projekt "Über die Liebe" - ausformuliert hatte, machte ich mich daran, der Kategorie "Über mich" zu erweitern. Am 02.9.1999 entstand innerhalb dieser Kategorie der Unterpunkt "Lyrik". In ihm präsentierte ich einige meiner Lieblingsgedichte.

Die Auflösung der Frames
In der zweiten Revision hatte ich mich entschieden das Inhaltsverzeichnis am oberen Rand zu plazieren. Da eine HTML-Seite prinzipiell von oben nach unten aufgebaut wird, konnte das Inhaltsverzeichnis auch einfach am Anfang einer jeden HTML-Datei stehen - einer jeden HTML-Datei. Meine Homepage umfaßte damals gut 50 Dateien, in die ich also alle das Inhaltsverzeichnis einfügen müßte. Da stellten sich mir natürlich die bange Frage, was ich denn für eine Arbeit hätte, wenn ich mal etwas ändern möchte. Die Lösung zeigte mir CuteHTML, mit dessen "Suchen und Ersetzen"-Funktion man in allen Seiten auf einmal die gewünschten Änderungen vornehmen kann.

Technik: Alles ohne Frames
Das Bild rechts zeigt den einheitlichen HTML-Code des neuen Inhaltsverzeichnisses. Der Code war auf allen Seiten Zeichen für Zeichen gleich geschrieben, damit man mit "Suchen und Ersetzen" auch ändern konnte. Ich kann dieses Verfahren allen Leuten, die mit einfach Mitteln eine Homepage machen möchten nur empfehlen.

4. Revision: meine Seiten

Im Dezember 1999 - noch kurz vor dem Jahrtausenwechsel - sollten diese Seiten wieder näher an mich heranrücken: Nicht mehr "Wissenschaft" soll es heiten, sondern "mein Studium" - meine Lieblingslyrik nicht mehr ausdrücklich unter "Über mich", sondern - zu Lyrik, Epik und Prosa erweitert - dem Besucher auf den ersten Blick ins Auge springen. So groß der inhaltliche Wechsel aber auch scheint - eigentlich habe ich die Inhalte nur anders geordnet, so daß diese Seiten nun auch als das erscheinen, was sie sind, nämlich meine Seiten.

Konsequenzen hatte meine geändertes Verhältnis zur Homepage vor allem in ihrem optischen Erscheinungsbild, weil ich sie nicht mehr so trocken in purem Text präsentieren mochte. Nach meinen schlechten Erfahrungen mit komplizierten Seiten sollte die Homepage zwar weiterhin einfach bleiben, trotzdem aber schöner und angenehmer anzusehen sein, so daß sich jeder Besucher wohl fühle.

Erheblich gestiegen ist der Umfang der Seiten. Nach der dritten Revision umfaßte die Homepage 93 Dateien und belegte 586 kB Speicherplatz. Als Ende Januar die Erweiterung der "Lyrik Epik Prosa"-Abteilung vorläufig beendet war, bestand sie schon aus 1505 kB auf 145 Dateien. Das meiste Wachstum verbuchte dabei die die Lyrik, die von 29 kB / 10 auf 870 kB / 80 anwuchs.

Das Projekt "Über die Liebe"
Recht unabhängig von der generellen Umgestaltung der Seite machte ich mir neue Gedanken über dieses Projekt, da es - wenn überhaupt - sehr langsam voran geht. Den Gedanken einer von vielen Leuten kapitelweise geschriebenen Textes warf ich über Bord und setzte an seine Stelle den öffentlichen Dialog über einzelne Fragen. Die Ergebnisse in einer systematischen Übersicht zusammenzufassen, sollte - sofern nötig und sinnvoll - von da an allein meine Aufgabe sein.

Technik: Umfang einer Homepage
Damit etwas gut aussieht, braucht es ein paar Grafiken und Bilder, die aber die Ladezeiten erheblich vergrößern. Schafft man es die Grafiken gut zu machen, so ist es im günstigsten Fall nur eine verhundertfachung der Datenmenge.

Bernd Neumann